Gummipads für Bagger bestimmen: Bolt-on, Clip-on und Chain-on richtig zuordnen
Gummipads werden nicht allein nach Maschinenmodell oder Padbreite ausgewählt. Maßgeblich ist die Schnittstelle zum Laufwerk. Stahlbodenplatte oder Kettenglied, Befestigungsart, Bohrbild, Klemmgeometrie, Auflagefläche und Freiraum müssen zusammenpassen.
Das gilt beim Austausch einzelner Pads ebenso wie bei einer Nachrüstung. Zwei äußerlich ähnliche Gummipads können sich an wenigen Millimetern Lochabstand, an der Plattenkante oder an der Unterseite unterscheiden. Diese Abweichungen entscheiden darüber, ob das Pad sauber anliegt und befestigt werden kann.
Der Artikel zeigt, wie Bolt-on-, Clip-on- und Chain-on-Gummipads erkannt und vermessen werden. Er ersetzt keine artikelbezogene Montageanleitung. Befestigungsteile, Anzugswerte, Einbaulage und Freigaben werden aus der technischen Zeichnung und der Montageunterlage des konkreten Pads übernommen.
Die Kategorie Gummipads für Bagger und Stahlketten führt zu den verfügbaren Systemen. Die Produktauswahl erfolgt erst nach dem Abgleich von Maschine, Laufwerk und Befestigung.
Vor dem Messen: Maschine und Laufwerk sichern
Die Maschine steht auf ebenem, tragfähigem Untergrund. Anbaugerät absetzen, Motor abstellen und gegen unbeabsichtigtes Starten oder Bewegen sichern. Mess- und Reinigungsarbeiten erfolgen nicht an einem bewegten oder nur hydraulisch gehaltenen Laufwerk.
- Gefahrenbereiche zwischen Kette, Rollen, Leitrad, Antriebsrad und Rahmen frei halten.
- Kettenspannung oder Bauteile nur nach der Maschinen- und Wartungsanleitung verändern.
- Lose Pads, Clips oder Schrauben nicht durch Untergreifen am ungesicherten Laufwerk prüfen.
- Schmutz nur so entfernen, dass Kennzeichnungen, Bohrungen, Plattenkanten und Auflageflächen sichtbar werden.
In acht Schritten zur belastbaren Zuordnung
- Laufwerksart bestimmen: Stahlkettenlaufwerk, vollständige Gummikette oder maschinenspezifisches Straßenfertiger-Pad unterscheiden.
- Montageart erkennen: Bolt-on, Clip-on oder Chain-on an der realen Verbindung zum Laufwerk zuordnen.
- Schnittstelle freilegen: Bodenplatte, Kettenglied, Bohrungen, Klemmkante und Auflagefläche reinigen.
- Unverschlissene Bezugspunkte suchen: nicht nur das beschädigte oder stark abgeriebene Pad messen.
- Systembezogen messen: die Messpunkte der erkannten Bauart aufnehmen.
- Maschinendaten dokumentieren: Hersteller, Modell, Version und Seriennummer erfassen.
- Zeichnung abgleichen: Maße, Befestigung, Stahlkern und Freigang mit dem aktuellen technischen Datenstand vergleichen.
- Stückzahl und Lieferumfang bestätigen: Pads je Laufwerksseite sowie Schrauben, Muttern, Clips und weitere Teile artikelbezogen klären.
Stop-Regel: Fehlt ein Maß, ist die Montageart unklar oder stimmt die Schnittstelle nicht mit der Zeichnung überein, ist die Zuordnung noch nicht bestätigt.
Gummipad, Chain-on-Pad und Gummikette unterscheiden
| Ausführung | Konstruktiver Aufbau | Für die Zuordnung maßgeblich |
|---|---|---|
| Bolt-on- oder Clip-on-Gummipad | Einzelnes Pad auf einer vorhandenen Stahlbodenplatte. | Montageart, Padmaße, Bodenplatte, Befestigung und Zeichnung |
| Chain-on-Gummipad / Roadliner | Einzelnes Pad mit Stahlkern anstelle der Stahlbodenplatte, direkt am Kettenglied befestigt. | Kettenteilung, Linkprofil, Lochbild, Gewinde, Kontaktflächen und Zeichnung |
| Vollständige Gummikette | Endloses Laufband mit Zugträgern und eigener Führungs- und Antriebsgeometrie. | Breite, Teilung, Gliederzahl, innere Führung und Maschinenzuordnung |
| Straßenfertiger- oder Fräsenpad | Maschinenspezifisches Pad- oder Trägerplattensystem. | Maschinenbaureihe, Pad-System, Trägerplatte und produktspezifische Zeichnung |
Eine vollständige Gummikette für Bagger und Minibagger ist kein Gummipad-Satz. Straßenfertiger-Gummipads folgen einer eigenen Maschinen- und Trägerplattenlogik.
Bolt-on, Clip-on und Chain-on am Laufwerk erkennen
| System | Was bleibt am Laufwerk? | Erkennungsmerkmal | Vor der Bestellung prüfen |
|---|---|---|---|
| Bolt-on | Stahlbodenplatte bleibt montiert. | Pad wird über Stehbolzen oder Schrauben an einer vorbereiteten Bodenplatte befestigt. | Bohrbild, Gewinde, Bodenplattenprofil, Auflagefläche und Padmaße |
| Clip-on | Stahlbodenplatte bleibt montiert. | Clips, Krampen oder Klemmstücke greifen an der Bodenplattenkante. | Plattenstärke, Kantenform, Klemmbereich, Clip-Ausführung und Freiraum |
| Chain-on | Pad ersetzt die Stahlbodenplatte. | Pad wird direkt am Kettenglied oder an dessen Anschlussfläche verschraubt. | Kettenteilung, Linkprofil, Lochbild, Gewinde, Kontaktflächen und Freiraum |
Katalogbezeichnung und Montageart nicht verwechseln: Beispiel Cat®
Caterpillar führt gummierte Track Shoes, Rubber Pads und Pad-Kits artikelbezogen. Je nach Bauteil nennt der Cat® Parts Store unter anderem Schuhbreite, Plattenstärke, Bohrungsdurchmesser, Lochabstände, Kettenteilung, Gewinde, Gelenkart oder den Hinweis „Clipped“. Nicht jedes Produkt besitzt dieselben Datenfelder.
Der Produktname allein legt die Montageart deshalb nicht sicher fest. Auch eine gelistete Maschinenbaureihe genügt nicht, wenn das Laufwerk verändert wurde. Cat® weist bei „Factory Fit“ ausdrücklich darauf hin, dass Änderungen an der Herstellerkonfiguration die Passung beeinflussen können.
Für die Werkstatt bedeutet das: Maschinenmodell und Nennbreite grenzen die Suche ein. Die Freigabe erfolgt über Artikelbezug, reale Schnittstelle und Zeichnung. Auch die Stückzahl ist unterwagenabhängig. Kit-Angaben gelten nur für die dort genannte Laufwerksausführung.
Nicht nur das verschlissene Pad messen
Abrieb, ausgebrochene Kanten, gelöste Stahlkerne und verformte Bodenplatten verändern die sichtbaren Maße. Ein gebrauchtes Pad ist deshalb nicht automatisch ein verlässliches Muster.
- Messwerte an mehreren Pads derselben Laufwerksseite vergleichen.
- Länge, Breite und Höhe an geraden, nicht ausgebrochenen Bereichen aufnehmen.
- Lochabstände von den tatsächlichen Mittelpunkten der Bohrungen bestimmen.
- Plattenstärke nach dem Entfernen von Rost, Farbe und Graten messen.
- Bei abweichenden Werten die Bodenplatte oder das Kettenglied als primäre Schnittstelle dokumentieren.
- Alte Artikelnummern, Prägungen und Verpackungsangaben nur als Suchhinweis verwenden.
Bei starkem Verschleiß zählt nicht der Mittelwert mehrerer beschädigter Teile. Maßgeblich bleibt die Geometrie der intakten Schnittstelle und die aktuelle technische Zeichnung.
Maschine und Laufwerk vollständig dokumentieren
- Hersteller, vollständige Modellbezeichnung, Version und Seriennummer
- Laufwerksart und erkennbare Umbauten oder frühere Reparaturen
- Anzahl der Kettenglieder beziehungsweise Bodenplatten je Laufwerksseite
- Pad-System und vorhandene Artikel-, Form- oder Gusskennzeichnung
- Padbreite und Bodenplattenbreite getrennt
- Fotos der kompletten Laufwerksseite sowie von Pad, Unterseite und Befestigung
- Zustand der Bodenplatten, Kettenglieder, Schrauben, Clips und Auflageflächen
Die Modellbezeichnung allein bestätigt keine Passung. Innerhalb einer Baureihe können Kettenstrang, Bodenplatte, Lochbild, Gewinde und Freiraum abweichen.
Schnittstelle vor dem Pad prüfen
Bei Bolt-on und Clip-on ist die Stahlbodenplatte Teil der Befestigung. Bei Chain-on übernimmt das Kettenglied diese Funktion. Eine verbogene, ausgeschlagene oder ungeeignete Schnittstelle kann auch ein korrekt ausgewähltes Pad nicht sicher aufnehmen.
- Bodenplattenbreite, Plattenstärke, Profil und Außenkanten
- Pad-Bohrungen, Langlöcher, Schraubensitze und Lochabstände
- ebene, ausreichend große Auflagefläche
- Klemmkante und seitlicher Freiraum bei Clip-on
- Kettenteilung, Linkprofil, Gewinde und Kontaktflächen bei Chain-on
- Risse, plastische Verformung, ausgeschlagene Bohrungen und starke Korrosion
- Freiraum zu Rollen, Rahmen, Führungen und benachbarten Pads
Öffnungen und Schmutzlöcher dürfen die vorgesehene Auflage nicht unzulässig unterbrechen. Maßgeblich sind die reale Kontaktfläche und die produktspezifische Zeichnung. Auch Bodenplatten für Bagger und Raupenlaufwerke werden nicht allein nach Nennbreite ausgewählt.
Bolt-on-Gummipads bestimmen und messen
Bolt-on-Gummipads werden auf einer vorbereiteten Stahlbodenplatte verschraubt. Je nach Ausführung besitzt das Pad integrierte Stehbolzen oder wird mit separaten Schrauben befestigt. Der Begriff Bolt-on beschreibt kein einheitliches Bohrbild.
Messpunkte bei Bolt-on
- Padlänge, Padbreite und Gesamthöhe nach definiertem Bezugspunkt
- Anzahl und Ausführung der Befestigungspunkte
- Gewinde oder Durchmesser von Stehbolzen, Schrauben und Bohrungen
- Lochabstände längs und quer sowie Versatz zur Pad- oder Plattenmitte
- Bodenplattenbreite, Plattenstärke, Profil und Öffnungen
- Auflagefläche zwischen Pad und Bodenplatte
- Freiraum zu angrenzenden Laufwerksteilen
- Zustand von Gewinden, Muttern, Bohrungen und Schraubensitzen
Lochabstände werden häufig von Mitte zu Mitte angegeben. Der Bezugspunkt wird trotzdem aus der jeweiligen Zeichnung übernommen. Bohren, Schweißen oder andere Änderungen an der Bodenplatte sind keine allgemeine Lösung und benötigen eine technische Freigabe.
Clip-on-Gummipads bestimmen und messen
Clip-on-Gummipads werden über seitliche Clips, Krampen oder Klemmstücke an der vorhandenen Stahlbodenplatte gehalten. Entscheidend ist die gesamte Klemmschnittstelle, nicht nur die Außenbreite.
Messpunkte bei Clip-on
- Padlänge, Padbreite und Gesamthöhe
- Bodenplattenbreite und tatsächliche Plattenstärke
- Form, Höhe und Verlauf der seitlichen Plattenkante
- Grouser- und Unterseitengeometrie der Bodenplatte
- Klemmbereich und Einbauraum des Clips
- Position, Gewinde und Ausführung der Sicherungsschrauben
- Freiraum zu Kettenglied, Rahmen und benachbarten Pads
- Verformung, Abrundung oder Materialverlust an der Klemmkante
Rost, Farbschichten und Grate verfälschen die Plattenstärke. Gemessen wird an einer gereinigten, geraden Stelle. Zwei gleich breite Bodenplatten können dennoch unterschiedliche Klemmgeometrien besitzen.
Chain-on-Gummipads beziehungsweise LIS® PowerPads bestimmen
Chain-on-Gummipads beziehungsweise LIS® PowerPads ersetzen die Stahlbodenplatte. Sie werden direkt am Kettenglied oder an der dafür vorgesehenen Anschlussfläche des Kettenstrangs befestigt.
Messpunkte bei Chain-on
- Padlänge, Padbreite und Gesamthöhe
- Kettenteilung nach dem vorgesehenen Messverfahren
- Anzahl, Gewinde oder Durchmesser der Befestigungsschrauben
- Lochabstände längs und quer sowie Position der Befestigungspunkte
- Form und Lage der Anschlussfläche am Kettenglied
- Unterseiten- und Stahlkerngeometrie des Pads
- Breite, Führung und Linkprofil des Kettenstrangs
- Freiraum zu Laufrollen, Leitrad, Antriebsrad, Kettenführungen und Rahmen
Die Kettenteilung ist ein wichtiges Auswahlmaß, beweist aber keine Austauschbarkeit. Kettenstränge mit gleicher Teilung können andere Linkprofile, Bohrbilder, Gewinde, Führungsbreiten oder Kontaktflächen besitzen.
Warum gleiche Breite, Teilung oder Maschinenklasse nicht reichen
| Gleiches Merkmal | Möglicher Unterschied | Folge einer ungeprüften Zuordnung |
|---|---|---|
| Padbreite | anderes Bohrbild, andere Klemmkante oder Unterseite | Pad lässt sich nicht montieren oder liegt nicht korrekt an |
| Kettenteilung | anderes Kettenglied, Gewinde, Lochbild oder Linkprofil | Chain-on-Pad passt nicht zur Anschlussfläche |
| Maschinenbaureihe | abweichende Laufwerks- oder Bodenplattenvariante | falsches System oder fehlender Freiraum |
| Maschinengewicht | andere Lastverteilung, Padanzahl oder Laufwerksausführung | Gewicht bleibt nur eine Vorselektion |
| Schraubenanzahl | andere Abstände, Gewinde oder Befestigungsrichtung | Verbindung kann nicht korrekt hergestellt werden |
| Außenform | anderer Stahlkern oder andere Kontaktfläche | Kollision, ungleichmäßige Auflage oder Fehlbelastung |
Hersteller- und Händlerlisten sind für die Vorselektion hilfreich. Bridgestone bezeichnet Maschinengewichte in seiner GeoGrip-Tabelle ausdrücklich nur als Richtwert und fordert den Maßabgleich an der Maschine. Die Freigabe entsteht erst durch aktuelle Zeichnung und reale Schnittstelle.
Gummipads nachrüsten oder ein vorhandenes System ersetzen
Die Wahl zwischen Bolt-on, Clip-on und Chain-on wird durch das vorhandene Laufwerk und den geplanten Einsatz begrenzt.
- Sind geeignete Stahlbodenplatten vorhanden oder müssen sie ersetzt werden?
- Besitzen die Bodenplatten das erforderliche Bohrbild für Bolt-on?
- Sind Plattenstärke und Kantenform für ein Clip-on-System geeignet?
- Ist ein passendes Chain-on-Pad für den konkreten Kettenstrang verfügbar?
- Bleibt im Laufwerksrahmen ausreichend Freiraum?
- Sind Stückzahl, Befestigungsteile und Lieferumfang vollständig geklärt?
- Passt das Pad-System zu den überwiegenden Einsatzflächen und zum Wechselbedarf?
Eine vollständige Gummikette und eine Stahlkette mit Pads sind konstruktiv verschiedene Lösungen. Keine Variante ist unabhängig von Maschine, Untergrund und Fahranteil grundsätzlich besser oder langlebiger.
Einsatzgrenzen und verschleißfördernde Belastungen
Für LIS® Gummipads gelten die produktspezifischen Einsatzhinweise. Der aktuelle LIS® Hinweis ordnet Smart Pads, Roadliner, Clip-on- und Bolt-on-Pads dem Einsatz auf ebenen Untergründen zu. Abbruch, Schutt und Recyclingmaterial sind für diese Standardanwendungen nicht vorgesehen. Scharfe Kanten und spitze Gegenstände müssen vermieden werden.
- Lange Fahrstrecken auf Asphalt oder Beton erhöhen Abrieb und Erwärmung.
- Drehen auf der Stelle und seitliches Schieben belasten Gummi, Stahlkern und Befestigung durch hohe Scherkräfte.
- Steine und Fremdkörper zwischen Pad und Bodenplatte können Auflage und Klemmung beschädigen.
- Fahrten über Kanten, Schutt oder scharfes Gestein können Schnitte, Ausbrüche und freiliegende Stahlteile verursachen.
- Lockere Befestigungen erzeugen Bewegung zwischen Pad, Clip, Bodenplatte oder Kettenglied.
- Falsche Kettenspannung und verschlissene Laufwerksteile können die Padbelastung ungleichmäßig erhöhen.
Das Schadensbild wird zusammen mit Einsatz, Fahrweise, Befestigung und Laufwerkszustand bewertet. Ein Riss allein beweist weder einen Materialfehler noch eine falsche Montage.
Beschädigte Gummipads und Befestigungen prüfen
| Feststellung | Zusätzlich prüfen | Technische Reaktion |
|---|---|---|
| Risse oder Ausbrüche im Gummi | Tiefe, Lage, freiliegender Stahlkern, Fremdkörpereinwirkung | Pad und Einsatzbedingungen artikelbezogen bewerten |
| Pad hebt von der Bodenplatte ab | Schrauben, Muttern, Clip, Auflagefläche, Verformung | Maschine nicht weiter auf der losen Verbindung betreiben |
| Clip oder Klammer verschoben | Plattenkante, Sicherungsschraube, Klemmbereich, Freiraum | Verbindung entlasten und vollständig prüfen |
| Langloch oder Bohrung ausgeschlagen | Schraubensitz, Gewinde, Bodenplatte, Bewegungsspuren | Ursache beseitigen; bloßes Nachziehen reicht nicht |
| Ungleichmäßiger Abrieb | Padmischung, Fahrweise, Kettenspannung, Rollen, Leitrad und Antriebsrad | gesamtes Laufwerk in die Diagnose einbeziehen |
| Stahlkern sichtbar oder gelöst | Korrosion, Trennung zwischen Gummi und Kern, Befestigung | Pad nach technischer Bewertung ersetzen |
Eine für alle Gummipads gültige Verschleißgrenze in Millimetern gibt es nicht. Messstelle, Stahlkern, Befestigung und zulässiger Restquerschnitt sind produktspezifisch. Der Artikel Baggerlaufwerk auf Verschleiß prüfen bindet Rollen, Leitrad, Antriebsrad, Kettenband und Spannsystem in die Diagnose ein.
Einzelersatz und vollständige Bestückung
Bei geeigneten Systemen können einzelne Pads ersetzt werden. Daraus folgt keine allgemeine Freigabe, neue Pads mit beliebig stark verschlissenen oder abweichenden Ausführungen zu mischen.
- Artikelnummer, Profil und Bauhöhe des Ersatzpads müssen zum Bestand passen.
- Befestigungsteile werden nach Zustand und Herstellerfreigabe bewertet.
- Stark unterschiedliche Bauhöhen können die Auflage und Lastverteilung verändern.
- Bei mehreren beschädigten Pads wird die Ursache vor dem Austausch geklärt.
- Die Stückzahl wird anhand der realen Bodenplatten beziehungsweise Kettenglieder je Seite ermittelt.
- Ein Pad-Kit gilt nur für die angegebene Laufwerks- und Lieferumfangskonfiguration.
Welche Angaben und Fotos benötigt LIS®?
| Benötigte Angabe | Was dokumentieren? | Geeignetes Foto |
|---|---|---|
| Maschine | Hersteller, Modell, Version, Seriennummer | Typenschild vollständig und scharf |
| Laufwerk | Stahlkette, Bodenplatten, Padanzahl, erkennbare Umbauten | gesamte Laufwerksseite |
| Pad | Montageart, Profil, Länge, Breite, Höhe, Kennzeichnung | Oberseite und Unterseite |
| Schnittstelle | Bodenplattenprofil oder Kettenglied, Bohrbild, Gewinde, Klemmkante | gereinigte Anschlussfläche |
| Maße | Lochabstände, Plattenstärke, Kettenteilung, Freiraum | Messmittel und Bezugspunkte in einer Ebene |
| Lieferumfang | Stückzahl, Schrauben, Muttern, Clips, weitere Teile | vorhandene Teile und Verpackungskennzeichnung |
Messfotos zeigen das Messmittel rechtwinklig an den tatsächlichen Bezugspunkten. Perspektivische Fotos ohne Maßstab helfen bei der Vorselektion, ersetzen aber keine ablesbare Maßaufnahme.
Ein belastbares Angebot ist erst nach eindeutiger technischer Zuordnung möglich. Entscheidend sind Pad-System, Abmessungen, benötigte Stückzahl und Lieferumfang. Maschinengewicht oder Modellbezeichnung allein reichen dafür nicht aus.
Prüfcheckliste vor der Bestellung
- Bolt-on, Clip-on oder Chain-on eindeutig erkannt
- Maschine, Version und Seriennummer dokumentiert
- Pad- und Bodenplattenbreite getrennt gemessen
- Lochabstände, Gewinde oder Klemmbereich aufgenommen
- Kettenteilung und Linkprofil bei Chain-on geprüft
- Bodenplattenzustand und Auflagefläche kontrolliert
- Freiraum zu Rahmen, Rollen, Führungen und Nachbarpads geprüft
- aktuelle technische Zeichnung mit der realen Schnittstelle abgeglichen
- Padanzahl je Laufwerksseite und Lieferumfang bestätigt
- Einsatzfläche und LIS® Einsatzgrenzen berücksichtigt
Bleibt einer dieser Punkte offen, ist die Zuordnung noch nicht belastbar. Ein scheinbar passendes Pad kann bereits an Bohrbild, Plattenkante, Gewinde oder wenigen Millimetern Freiraum scheitern.
Wann die Zuordnung technisch belastbar ist
Pad, Stahlbodenplatte oder Kettenglied und Maschine müssen als eine Schnittstelle betrachtet werden. Bei Bolt-on zählt die verschraubte Verbindung. Bei Clip-on entscheiden Plattenkante, Klemmung und Einbauraum. Bei Chain-on müssen Linkprofil, Lochbild, Gewinde und Freigang übereinstimmen.
Erfasst werden deshalb nicht nur Außenmaße. Montageart, Bezugspunkte, Zustand der Schnittstelle und aktueller Zeichnungsstand gehören zur Prüfung. Erst wenn diese Angaben zusammenpassen, kann das Gummipad bestätigt zugeordnet werden.
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